ERNÄHRUNGSMYTHEN

DU BRAUCHST ES NICHT EINMAL ...

An dieser Stelle räumen wir mit weit verbreiteten Ernährungsmythen auf, dass bestimmte Nährstoffe nur oder überwiegend in tierischen Nahrungsmitteln enthalten sind.

 

Nr.1: EIWEIß UND PROTEIN BEKOMMST DU NUR AUS FLEISCH UND EIERN!

Proteine erfüllen viele Funktionen in unserem Körper. Zum Einsatz kommen sie zum Beispiel beim Zell- und Muskelaufbau, als Transportmittel für Sauerstoff und Fette, beim Stoffwechsel oder zur Blutgerinnung. Sie sind nicht nur in Fleisch und Eiern enthalten, sondern auch in vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Getreide, Nüssen und Samen, Hülsenfrüchten, Algen und natürlich auch in Gemüse und Blattgrün. Nicht alle Pflanzen enthalten alle der acht essentiellen Aminosäuren, also Proteinbausteine, die der Körper nicht herstellen kann und die somit über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Durch eine vielfältige Ernährung und die Kombination verschiedener Eiweißquellen kann jedoch der gesamte Eiweißbedarf auch relativ einfach auf pflanzlicher Basis gedeckt werden.

 

ALLESKÖNNER

Pflanzen, die alle acht essentiellen Aminosäuren enthalten und zum Teil einen hohen Eiweißanteil aufweisen, sind Amaranth, Quinoa, Hanfsamen, Buchweizen, Soja und Lupine.

 

Einen relativ hohen Eiweißanteil findest Du aber auch in Brokkoli, Blumenkohl, Kichererbsen, Linsen, Reis, Hafer, Kürbiskernen, Walnüssen, Spirulina, Spinat und Grünkohl.

 

Wer nun immer noch seine Zweifel hat, ob er den eigenen Proteinbedarf so wirklich decken kann, sollte sich den einen oder andere veganen Leistungssportler (Serena Williams, Brandon Brazier, David Haye, Mike Tyson, Carl Lewis, Martina Navratilova ...) anschauen.

 

Nr.2: VEGAN? HAST DU DENN GAR KEINEN EISENMANGEL, WENN DU KEIN FLEISCH ISST?

Sei es für den Sauerstofftransport oder den Energiestoffwechsel - Eisen nimmt in vielerlei Hinsicht eine Schlüsselfunktion in unserem Körper ein. Mangelt es an Eisen, so kann dies zu Müdigkeit und Schlappheit führen. Es ist ein wichtiges Spurenelement, das wir benötigen damit wir leistungsfähig und gesund bleiben.

 

Pflanzliche Eisenquellen sind Kürbiskerne, Pistazien oder Pinienkerne, Linsen, Amaranth, Hirse, Leinsamen, Quinoa, Brokkoli, verschiedene Kopfkohlsorten oder Chinakohl

 

Du verbessert Deine Eisenaufnahme aus pflanzlichen Quellen, wenn Du diese in Kombination mit Vitamin-C (Orangen, Zitronen, Grapefruit, Kiwi, Paprika etc.), allgemein säurehaltigen Lebensmitteln oder fermentierten Produkten (Miso, Tempeh, Sauerkraut) verzehrst.

 

Nr.3: DU BRAUCHST DAS CALCIUM AUS DER MILCH!

Wenn das Calcium aus der Milch so wichtig für die Knochen ist, warum gibt es dann so viele Osteoporose-Erkrankungen in den Ländern, in denen der Konsum an Milchprodukten am größten ist? (1)

 

Tatsächlich brauchst Du das Calcium für den Knochenaufbau sowie für die Zähne. Der Mineralstoff ist jedoch für weitaus mehr Funktionen in unserem Körper notwendig. Sei es für die Nerven oder Muskeln, zur Regulation des Säure-Base-Haushalts oder zum Beispiel zur Blutgerinnung.

 

Gute pflanzliche Calciumquellen sind z.B. Sesam und Mohn, Mandeln, das Powerblattgrün Grünkohl, getrocknete Algen oder Feigen, Kichererbsen oder auch Soja.

 

Nr.4: OMEGA-3-FETTSÄUREN FINDEST DU NUR IN FISCH!

Die Wichtigkeit der Omega-3-Fettsäuren sollte in jedem Fall nicht unterschätzt werden, tatsächlich werden diese Fettsäuren für vielerlei Funktionen im Körper benötigt. Zur Stärkung des Immunsystems, für den Zellstoffwechsel, zur Vermeidung von Entzündungen, zur Produktion von Hormonen, für ein gesundes Herz-Kreislauf-System …

 

Die so wichtigen Omega-3-Fettsäuren sind jedoch nicht nur in Fisch zu finden. Du kannst sie auch über den Verzehr von Leinsamen (am besten frisch geschrotet), Hanf- und Chia-Samen, Raps- und Leinöl zu Dir nehmen. Sie stehen in diesen Nahrungsmitteln auch in einem günstigen Verhältnis zu den Omega-6-Fettsäuren.

 

WAS DU ALS VEGANER*IN "VERPASST"

Lange genug hat die Tierindustrie damit geworben, dass der Mensch Calcium aus der Milch, Eisen aus Fleisch, hochwertiges Eiweiß aus Fleisch und Eiern und die essentiellen Omega-3-Fettsäuren vom Fisch bekommt und braucht. Ausgeklammert werden dabei die schädigenden Bestandteile der tierischen Nahrungsmittel für den menschlichen Organismus, die ebenso in diesen Nahrungsmitteln enthalten sind. Dabei handelt es sich z.B. um die mehrfach gesättigten Fettsäuren, Transfettsäuren und Cholesterin, die die Entstehung von koronaren Herzerkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt fördern. Oder Kasein (Milcheiweiß), das in starkem Zusammenhang mit Krebswachstum und Allergien steht. Und nicht zu vergessen sind die in der Massentierhaltung zum Einsatz kommenden Hormone, Antibiotika, Pestizidrückstände im Futter der Tiere sowie gentechnisch veränderte Futtermittel, die in der konventionellen Landwirtschaft an die Tiere verfüttert werden dürfen. Was das Tier über die Nahrung aufnimmt, nimmst Du durch den Verzehr von tierischen Produkten ebenso auf. Studien beschäftigen sich häufig nur mit den Auswirkungen eines dieser zugeführten "Nebenprodukte" tierischer Nahrungsmittel beim Verzehr auf den menschlichen Organismus - ob diese in Kombination in Wechselwirkung zueinander treten, ist häufig ungewiss. Auch beim Verzehr von Fisch ist es nicht anders. Der Fisch ist durch Ölkatastrophen, Fukushima, Plastikansammlungen im Meer und Quecksilber mittlerweile ebenfalls hoch belastet.

 

All diese negativen Effekte für Deine Gesundheit kannst Du vermeiden! Zumal Du nicht auf tierische Nahrungsmittel zur Deckung Deines Nährstoffbedarfs angewiesen bist. Probier‘s aus!

 


Quelle:

(1): Campbell, T.C. & Campbell, T.M. (2011): China Study. Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise. 2. Auflage. Verlag Systemische Medizin. 216ff.; Frasetto, LA et al. (2000): Worldwide incidence of hip fracture in elderly women: relation to consumption of animal and vegetable foods. J. Gerontology 55, M585-M592.; Abelow BJ et al. (1992): Cross-cultural association between dietary animal protein and hip fracture: a hypothesis. Calcif. Tissue Int. 50, 14-18.; Barzel, U. S. (1982) Acid loading and osteoporosis. J. Am. Geriatr. Soc. 30, 613.