UMWELT

WARUM NICHT DER UMWELT ZULIEBE?

Die Massenproduktion an tierischen Nahrungsmitteln hat weitreichende Folgen für die Umwelt. An dieser Stelle findest Du einige Zahlen, die Dir das Ausmaß, das durch den Verzehr tierischer Produkte verursacht wird, verdeutlichen.

TREIBHAUSGASE

Die weltweite Massentierhaltung allein ist für 18 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. (1)

 

Neuere Berechnungen, die auch indirekte Emissionen berücksichtigen, schätzen den Wert mittlerweile auf 51 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. (2)
Damit wäre die Massentierhaltung der Hauptverursacher des Klimawandels.

 

Der weltweite Verkehr verursacht inklusive der Flugzeuge insgesamt hingegen „nur“ 13 % der globalen Treibhausgasemissionen. (3)

 

Die Zunahme dieser treibauswirksamen Gase in der Atmosphäre verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt und führt zur globalen Erderwärmung. Der globale Temperaturanstieg führt zum Abschmelzen bestehender Schnee- und Eisvorkommen, dem Anstieg des Meeresspiegels und zu zunehmenden Wetterextremen wie Dürreperioden, Überflutungen und weiteren Umweltkatastrophen.


EXKREMENTE

Massentierhaltung ist mit 65 % der Haupterzeuger von Distickstoffoxid - ein Treibhausgas, das im Vergleich zu CO2 eine 265x schädlichere Klimawirkung hat und für 150 Jahre in der Atmosphäre bleibt. (4) Beim Disticktoffoxid handelt es sich um Lachgas, das insbesondere bei der Ausbringung von Fäkalien als Düngemittel in der Landwirtschaft entsteht.(5)


Ein Landwirtschaftsbetrieb mit 2.500 Milchkühen produziert genauso viele Exkremente wie eine Stadt mit 411.000 Einwohnern. (6)


Alleine in Deutschland existieren mehr als 4 Millionen Milchkühe, die somit  8x mehr Exkremente als alle Einwohner Deutschlands zusammen produzieren. (7)


Diese Masse an Exkrementen berücksichtigt noch nicht die Fäkalien der zusätzlichen und zahlreich von uns gezüchteten Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe und Hühner. Das dabei freigesetzte Ammoniak hat gravierende umweltschädigende Wirkungen für Böden und Gewässer und folglich für die Artenvielfalt und uns Menschen. Dazu gehören die Versauerung von Seen, Meeren und Böden, die Luftverschmutzung sowie die Verunreinigung von Trinkwasservorkommen. 95 % des in Deutschland freigesetzten Ammoniaks ist auf die Landwirtschaft zurückzuführen. (8)


Die ausgebrachte Gülle schadet nicht nur in hohem Maße der Umwelt und durch die Luft uns Menschen, sondern ist auch vermutlich Überträger resistenter Bakterien, die durch den Einsatz von Antibiotika in der Intensivtierhaltung entstehen. Das Ausmaß dieser Entwicklung ist noch ungewiss. (9)


ZERSTÖRUNG UND VERSCHWENDUNG

45 % der weltweiten Landflächen werden durch die Tierproduktion eingenommen. (10)

 

70 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen gehen auf das Konto der „Tierproduktion“. (4) Dies liegt zum einen am Platz, den die Tiere brauchen, aber insbesondere an der Nutzung der Landflächen zur Futtermittelerzeugung.

 

50 % der weltweiten Getreideernte wird für die Futtermittel der Tierzucht verwendet. (11)

 

Der Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel ist in Deutschland erlaubt. Weltweit sind mittlerweile 181 Millionen Hektar und damit 13 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzflächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen besiedelt. Die EU ist insbesondere auf den Import von Soja für die Deckung des hohen Eiweißbedarfs der „Nutztierhaltung“ angewiesen. 70 - 80 % des Sojabedarfs für den Futtermitteleinsatz wird importiert – insbesondere aus Nord- und Südamerika. Bei diesen Ländern liegt der durchschnittliche Anteil gentechnisch veränderter Pflanzen bei mehr als 50 %, bei einzelnen Ländern davon, wie Argentinien und Paraguay, sogar weit über diesem Prozentsatz. (12)

 

Gentechnisch veränderte Pflanzen sind an den Pestizid- und Herbizideinsatz gebunden. Eine mögliche Ursache des weltweiten Bienensterbens ist die weltweite Zunahme des Einsatzes an „Pflanzenschutzmitteln“. (13)

 

Die Tierproduktion ist für 91 % der Zerstörung des Amazonas verantwortlich. (6),(14),(15) Da die Erschließung neuer landwirtschaftlicher Nutzflächen für den Anbau von Futtermitteln und die Tierhaltung selbst die Abholzung bestehender Regenwaldflächen fördert.

 

Vor 10.000 Jahren waren 99 % der weltweiten Biomasse wild lebende Tiere. Heute sind 98 % der Biomasse Menschen und Tiere, die für die Produktion von tierischen Nahrungsmitteln gezüchtet werden. (16)


EIN PAAR RECHENBEISPIELE

Für die Produktion von nur 1 kg Rindfleisch werden 15. bis zu 20.000 Liter Wasser verbraucht. Alleine Du könntest mit dieser Menge Wasser ungefähr 25 Jahre lang jeden Tag 2 Liter Wasser trinken. Der Durchschnittsdeutsche verzehrt allerdings ca. 8 kg Rindfleisch pro Jahr. Würde ein Durchschnittsdeutscher ein Jahr lang auf das Rindfleisch auf seinem Teller verzichten, könnten damit mindestens zwei Personen bis an ihr Lebensende jeden Tag 2 Liter Wasser trinken. (17)

 

Zur „Herstellung“ von 1 Liter Kuhmilch werden 1.000 Liter Wasser verbraucht, für die Produktion von 1 Liter Sojamilch lediglich ca. 110 Liter Wasser. Das ergibt im Vergleich einen 9-fachen Wasserverbrauch für 1 Liter Kuhmilch. Trotz der ökologischen Vorteile wird Pflanzenmilch in Deutschland mit 19 % Mehrwertsteuer belastet, Kuhmilch hingegen nur mit 7 %. (18), (19)

 

Abhängig vom Tier werden für die Produktion von 1 kg Fleisch 7-16 kg Getreide oder Sojabohnen als Futtermittel verwendet. Alleine aus 1 kg Sojabohnen können 1,8 kg Tofu hergestellt werden. Du kannst aber das Getreide auch direkt verzehren, geschrotet und gekeimt im Müsli, als Brot oder, oder, oder … (17), (19)

 

Bis 2048 könnten wir Zeuge fischleerer Meere werden. (20)

 

Einem Kilogramm Fisch stehen zwei Kilogramm Meereslebewesen gegenüber, die als Beifang gelten und in den Fangnetzen verenden. (21)

 

All diese Beispiele zeigen das Maß an Ressourcenverschwendung. Anstatt über den Umweg Tier die Proteine, das Eisen, das Calcium etc. zu verzehren, könnten wir auch den direkten Weg über die Pflanzen gehen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern ist zugleich effizienter, da durch den direkten Verzehr der Pflanzen der zusätzliche Wasserverbrauch und die Menge an Futter für die Tiere entfällt. Zudem nehmen wir auf diese Art noch mehr der Ballaststoffe und Antioxidantien auf, die in keinem tierischen Produkt und nur in Pflanzen vorhanden sind.

 

NOCH EINMAL ZUSAMMENGEFASST

Die hier genannten Fakten sind nur ein Ausschnitt der umweltschädigenden Wirkung der weltweiten Produktion tierischer Nahrungsmittel. Sie verdeutlichen, dass die Produktion und der Konsum tierischer Produkte einer der Hauptgründe für weltweites Artensterben, Wasserverschmutzung und -verbrauch, Zerstörung des Lebensraums unterschiedlichster Spezies, tote Wasserzonen durch Überdüngung und folglich Versauerung, Bodenerosion, den Anbau von gentechnisch verändertem Getreide und Soja, einer steigenden Anzahl von Antibiotikaresistenzen, Bienensterben … ist.

 

Wann endlich werden wir verstehen, dass nur eine intakte Umwelt unser Überleben auf dieser Erde sichern kann?!

 


Quellen:

1: FAO (2006): Livestock a major threat to environment. http://www.fao.org/newsroom/en/News/2006/1000448/index.html

2: Goodland, R.; Anhang, J. (2009): Livestock and Climate Change: What if the key actors in climate change were pigs, chickens and cows?” (Hrsg.) Worldwatch Institute, Washington, DC, USA. Pp. 10–19. http://www.worldwatch.org/files/pdf/Livestock%20and%20Climate%20Change.pdf

3: FAO (2006): Spotlight: Livestock impacts on the environment. http://www.fao.org/ag/magazine/0612sp1.htm

4: FAO (2006): Lifestocks long shadow. Environmental issues and opinions. http://www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.htm

5: UBA (2014): Lachgas und Methan. http://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/umweltbelastungen-der-landwirtschaft/lachgas-methan

6: US EPA (2004): Risk Assessment Evaluation for Concentrated Animal Feeding Operations. http://nepis.epa.gov/Exe/ZyPURL.cgi?Dockey=901V0100.txt

7: Statistisches Bundesamt (2015): Leichter Rückgang des Milchkuhbestandes nach Ende der Milchquote. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/AktuellRinder.html

8: UBA (2014): Ammoniak. http://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/ammoniak

9: Bundesministerium für Bildung und Forschung (2015): Tierstall und Gemüsefeld – Wo resistente Keime lauern - Ein Forschungsverbund auf Spurensuche: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/4635.php

10: International Livestock Research Institute (ILRI) (2011): Livestock xchange. Livestock and climate change. https://cgspace.cgiar.org/bitstream/handle/10568/10601/IssueBrief3.pdf

11: FAO (o.J.): Livestock - a driving force for food security and sustainable development. http://www.fao.org/docrep/v8180t/v8180t07.htm; Shah, Anup (2010): BEEF. Global Issues. http://www.globalissues.org/article/240/beef

12: BUND (o.J.): Kommerzieller Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen weltweit.
http://www.bund.net/themen_und_projekte/gentechnik/kommerzieller_anbau/weltweit/; transparenz Gentechnik (2015): Eiweißlücke und Futtermittelimporte: Europa kann auf gentechnisch veränderte Futtermittel kaum verzichten. http://www.transgen.de/lebensmittel/einkauf/1095.doku.html

13: Imhoof, Markus (2012): More than honey. Dokumentarfilm. http://www.morethanhoney.ch/

14: Oppenlander, Richard A. (2011): Comfortably Unaware.; Oppenlander, Richard A. (2013): Food Choice and Sustainability: Why Buying Local, Eating Less Meat, and Taking Baby Steps Won’t Work.

15: World Bank (2004): Causes of Deforestation of the Brasilian Amazon: http://www-wds.worldbank.org/servlet/WDSContentServer/WDSP/IB/2004/02/02/000090341_20040202130625/Rendered/PDF/277150PAPER0wbwp0no1022.pdf

16: Smil, Vaclav (2011): Harvesting the Biosphere: The Human Impact, Population and Development Review 37(4): 613-36. http://postgrowth.org/the-bomb-is-still-ticking/

17: Heinrich Böll Stiftung, BUND & Le Monde diplomatique (Hrsg.) (2014): Fleischatlas. Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel. Berlin.
http://www.boell.de/fleischatlas

18: Waterfootprint (o.J.): Product water footprint. http://waterfootprint.org/en/water-footprint/;

19: VEBU (o.J.): Wir berechnen den Wasser Fußabdruck. http://vebu-schulprojekt.de/wp-content/uploads/2009/05/Berechnungen_zum_Wasser_Fu%C3%9Fabdruck.pdf

20: Worm, B. et al. (2006): Impacts of Biodiversity Loss on Ocean Ecosystem Services. Science: Vol 314 No. 5800, 787-790. http://www.sciencemag.org/content/314/5800/787

21: FAO (o.J.): Discards and Bycatch in Shrimp Trawl Fisheries. http://www.fao.org/docrep/W6602E/w6602E09.htm